Was sind Ersatzbrennstoffe?
Ersatzbrennstoffe (EBS) sind Brennstoffe mit festgelegten physikalischen und chemischen Eigenschaften aus den verschiedensten brennwertreichen Restabfällen. Als Input dienen vor allem Stoffe aus den Sammelsystemen, wie z. B. dem Dualen System, Reststoffe aus der Gewerbeabfallsortierung oder der Papierindustrie, zerkleinerter Sperrmüll und Hausmüllabfälle. Sie bestehen aus stofflich nicht verwertbaren Kunststoffen, Papier, Textilien und Verbundverpackungen. Diese Abfallfraktionen dürfen gemäß Technischer Anleitung Siedlungsabfall (TASi) seit 1. Juni 2005 nicht mehr deponiert werden. In der Kraftwerk- und Zementindustrie und anderen Großfeuerungsanlagen können Ersatzbrennstoffe primäre Energieträger ersetzen. Dadurch ersparen Ersatzbrennstoffe der Umwelt nicht nur zusätzliches Kohlenstoffdioxid, sondern schonen auch noch die wertvollen natürlichen fossilen Ressourcen.
Handelt es sich bei Ersatzbrennstoffe um Abfälle, die im „gelben Sack“ gesammelt werden?
Zunächst werden die stofflich verwertbaren Bestandteile von Siedlungs- und Gewerbeabfällen aussortiert, ehe die stofflich nicht verwertbaren, aber brennwertreichen Fraktionen zu spezifischen Ersatzbrennstoffen aufgearbeitet werden. Nur die Anteile die nach TASi nicht mehr deponiert werden dürfen, werden in Ersatzbrennstoffanlagen thermisch verwertet.
Ersatzbrennstoffe können auch aus den Sortierresten über den „gelben Sack“ gesammelte Abfälle gewonnen werden. Dies ist aber nur dann möglich, nachdem die stofflich verwertbaren, bzw. recycelbaren Abfälle von den Sortierstationen abgetrennt wurden.
Was passiert mit den Ersatzbrennstoffen?
Neben Zementwerken können Ersatzbrennstoffe auch in Steinkohle und Braunkohlekraftwerken als Ersatz für die fossilen Energieträger eingesetzt werden. Effizienter ist allerdings die thermische Verwertung in speziellen Ersatzbrennstoffverbrennungsanlagen. Der ökologische als auch ökonomische Vorteil dieser Anlagen ist darin begründet, dass sie verfahrenstechnisch auf die Ersatzbrennstoffe ausgelegt sind und nicht zuletzt dadurch eine höhere Energieausbeute erwirtschaften können.
Warum werden die Ersatzbrennstoffe nicht in den vorhandenen Müllverbrennungsanlagen verbrannt?
Ein wesentlicher Unterschied zu den herkömmlichen Verbrennungsanlagen besteht darin, dass in Ersatzbrennstoffanlagen nur die sortierten, qualitativ hochwertigen und brennwertreichen Bestandteile von Siedlungs- und Gewerbeabfällen verwertet werden. In herkömmlichen Verbrennungsanlagen können Brennstoffe mit höheren Brennwerten nicht optimal verbrannt werden. Ersatzbrennstoffanlagen sind speziell auf die heizwertreichen Abfälle ausgerichtet und erzeugen dementsprechend mehr Energie aus einer spezifischen Menge von Ersatzbrennstoff.